Monats-Archiv: Mai 2015

Themenabend zur Szenedroge Crystal-Meth mit vielen Besuchern

„Einzigartig, wie der Körper auf Vergiftung reagiert und mir die Ratio blockiert. Und einfach klar wird, warum die kleine Lüge die große Wahrheit kontrolliert. Weil sie den Schmerz relativiert.“ Diese Zeilen erklingen aus den Lautsprechern. Über 60 Gäste, darunter auch der Oberbürgermeister Torsten Pötzsch, betrachten den kurzen Eröffnungsfilm und wurden dabei langsam hinein gesogen in ein Problem, das akuter und aktueller kaum sein könnte, auch für unsere Region. „Bin ich anders, weil ich drogenabhängig bin?“ fragen sich derzeit viele Betroffene, die eine neuartige Szenedroge konsumieren, die nach und nach unsere Heimat überschwemmt. Die Anzahl derer, die der Droge untergeben sind, nimmt stätig zu. Und um einem solchen Trend Einhalt zu gebieten organisierte das Sozialteam Haus am Hain, das Soziale Netzwerk Lausitz und der Stadtverein Weißwasser eine Aufklärungsveranstaltung zum Thema Crystal Meth. Der Abend des 21. Mai wurde dabei durchdrungen von ehrlichen, offenen aber auch erschütternden Erkenntnissen, die zwei ehemals Crystalabhängige mutig darlegten. Begleitet von der Dipl. Sozialpädagogin Michaela Priehäußer von der Psychosozialen Behandlungs- und Beratungsstelle Görlitz wurden die interessierten Besucher an das bedenkliche Thema herangeführt. „Knapp 10.000 Euro gab ich im Jahr für Crystal aus“, schilderte einer der beiden betroffenen Anwesenden. „Ich wurde mehrmals angeklagt, verlor erst meinen Führerschein, dann meinen Job und schließlich mein ganzes früheres Leben. Es gab Tage während meiner Entziehungskur, an denen fühlte ich mich so schwach. Ich konnte nur zum essen aufstehen, danach ging ich wieder ins Bett und schlief. Mehr als der Schlaf blieb mir nicht.“ Auf die Frage hin, warum sich die beiden so sicher seien, nicht mehr in die Abhängigkeit zurückzufallen, antworteten sie: „Es war regelrecht die Hölle. Auch wenn es den Anschein weckt, dass diese Droge kaum körperliche Auswirkungen haben mag, seit euch sicher, der Verstand zerfällt nach und nach, bis du ganz unten bist“. Abschreckende Worte, die hoffentlich Wirkung zeigen. Die Problematik Crystal wird dennoch weiterhin die Region beschäftigen. Nur mit vereinten Kräften und einer Vielzahl von präventiven Maßnahmen kann einer solchen Gefahr Einhalt geboten werden. Einer Gefahr namens Crystal Meth.

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„Bin ich anders, weil ich drogenabhängig bin?“

Die Veranstaltungsreihe „Bin ich anders, weil…?“ wird fortgesetzt. Am 21. Mai dreht sich ab 17.00 Uhr im Vereinspavillon Weißwasser alles um die Crystalsucht. Antworten geben nicht nur Experten, sondern auch Betroffene. Es kommen Menschen zu Wort, die Ausgrenzung erfahren mussten. Sie treffen im Gespräch auf andere, die die Ausgrenzung abbauen wollen.

Die Organisation und Durchführung dieser Veranstaltung ist ein ehrenamtliches Projekt vom Sozialen Netzwerk Lausitz, Sozialteam und Stadtverein Weißwasser.

Wir bitten um Voranmeldung unter der 03576 218270 oder info@soziales-netzwerk-lausitz.de

Crystal

200 Besucher beim 3. Weißwasseraner Seniorentanz

Die Tanzfläche voll. Die Musik über Zimmerlaustärke. Pirouetten und Drehungen am laufenden Band. Schwung und Elan vom Dj-Pult bis zur Bar. Und wer jetzt denkt, dass die Jugend wieder den Tag zur Nacht gemacht hat, der ist diesmal falsch gewickelt. Denn am vergangenen Sonntag, dem 3. Mai brachte die “Jugend von gestern“ das Parkett zum wanken. Beim 3. Weißwasseraner Seniorentanz wurde getanzt und gefeiert, als wäre man wieder 20. Ein Anblick, der vor allem dem Sozialen Netzwerk Lausitz gefiel. Der gemeinnützige Träger organisierte zusammen mit der AJZ Garage vom Verein Mobile Jugendarbeit und mit dem Stadtverein Weißwasser zum dritten Mal den Seniorentanz in Weißwasser. „Nur das Engagement der gesamten Region, der Ehrenamtlichen und Unternehmer, kann den Seniorentanz zur Tradition werden lassen“, betonte Manuela Thomas, Geschäftsführerin des Sozialen Netzwerk Lausitz, und dankte damit allen Mitwirkenden und Unterstützern. Begeisterte Zugaberufe gab es nach dem Auftritt des bekannten Schlagerstars Michael Hansen. Danach wurde getanzt zu Schlager, Rumba- und Walzer-Hits. Anke Weisse von der gleichnamigen Tanzschule begeisterte mit einer Live-Tanzschule und choreografierte mit den Gästen einen Gruppentanz.
Die junggebliebenen Besucher verabschiedeten sich mit einem: „Bis zum nächsten Mal“. Und wenn sich weiterhin so viele fleißige Weißwasseraner Bürger und Sponsoren, für den Seniorentanz engagieren, dann wird es auch nächstes Jahr wieder heißen: „Hilde, wo sind meine Tanzschuhe?“

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